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Von Gockeln, Mammuts und Raubkatzen

NBN feierte Premiere mit der niederdeutschen Erstaufführung „De Pantüffelpanther“ im ausverkauften Studiotheater

Kieler Nachrichten vom 5.11.2018

Susanne Wittorf

Neumünster „Reinkommen, sich dem herrlichen Quatsch auf der Bühne hingeben und amüsiert wieder rausgehen“. So muss laut Regisseur Stephan Greve gutes Boulevardtheater funktionieren. Nicht mehr und auch nicht weniger. „Die Unzulänglichkeiten des Alltags mit Wortwitz und Situationskomik verspotten und über zwei Stunden so richtig herumalbern, das fordert den Schauspielern viel Engagement und großes Können ab“, erklärte der freischaffende Theatermann

Verantwortlich für Regie, Bühnenbild und die Übertragung ins Niederdeutsche feierte Stephan Greve am Freitagabend gemeinsam mit einem Ensemble der Niederdeutschen Bühne Neumünster (NBN) die Premiere der Boulevard-Komödie „De Pantüffelpanther“ als niederdeutsche Erstaufführung im ausverkauften Studiotheater.

Walter Krause (Klaus Reumann), ein kreuzbraver Unternehmer, steht kurz vor der Rente und ist bankrott. Seine Frau Hannelore (Dörte Bracker), von Walter zärtlich „Röschen“ genannt, weiß von nichts. Aus Scham täuscht Walter vor, weiterhin arbeiten zu gehen und viel Geld zu verdienen. In Wirklichkeit erledigt er Hilfsjobs, momentan als Gockel für eine Hähnchenbraterei. Röschens Hang zu Luxus und Champagner treiben die Schulden weiter in die Höhe, Walter droht eine Haftstrafe. In dieser aussichtslosen Situation taucht der Mafioso Luigi (Werner Münz) auf und bietet ihm einen gut bezahlten Job an. Zwei Millionen Euro soll Walter kassieren, wenn er Luigis Widersacher, das Mammut, tötet. Auch wenn Walters Freund Rüdiger (Jochen Reese) sämtliche Register seines Therapeutenwissens zieht, um Walter vom Auftragsmord abzuhalten, sieht der Verzweifelte die Lösung all seiner Probleme. Walter gerät in Versuchung….

So haarsträubend die Geschichte und ihre vorhersehbaren Verstrickungen und Verwechslungen auch sind, die Laiendarsteller der NBN, allen voran Klaus Reumann, kitzeln selbst aus verstaubten Klischees Pointen mit Lokalkolorit heraus. Da wird einem Daniel Günther schon mal Drogenkonsum unterstellt, weil die Raumausstatterin Turina (Sophie Bühring) stolz erzählt: „Der kriegt auch Stoff von mir“. Und beim von Röschen als „wunderbaren Ort im Süden“ vorgeschlagenen Urlaubsziel, kommt Walter ob der klammen Reisekasse prompt nur „Norderstedt“ in den Sinn. Für diese und ähnliche Situationskomik ernteten die Schauspieler immer wieder Zwischenapplaus. Der rheinische Humor, mit dem die beiden Autoren Lars Albaum und Dietmar Jacob ihre hochdeutsche Vorlage ausstatteten, ließ sich nur schwer in die plattdeutsche Komödie übertragen. Zu sehr unterscheidet sich das Humorverständnis überkandidelter Rheinländer vom trockenen Realismus der Norddeutschen.

„Bereits bei der Übertragung des Stückes ins Plattdeutsche stießen Klaus Reumann und ich an unsere Grenzen“, sagte Stephan Greve. Die Schwierigkeiten mit der Vorlage zogen sich durch die gesamte dreimonatige Probenzeit. „Das war wirklich harte Arbeit für die Schauspieler. Alle Darsteller haben ihr Bestes gegeben“, sagte der Regisseur. Dass die junge Lotta Funke ihre erste größere Rolle als Babsi vom Hühnergrill so wunderbar ausgefüllt hat, freute ihn besonders.

Weitere Vorstellungen: Heute, 5. November, Morgen, 6. November und Mittwoch, 7. November , jeweils um 20 Uhr im Studiotheater; am 8. und 9. November  um 20 Uhr in der Stadthalle; am Sonnabend, 10. November um 16 und um 20 Uhr im Studiotheater und am Sonntag, 11. November um 16 Uhr im Studiotheater.

Karten (ab 12,50 Euro) bei Auch & Kneidl, Tel.: 0 43 21 - 4 40 64 oder 4 40 65

Online über www.ticket-regional.de/nbn 
Restkarten an der Abendkasse: 1 Stunde vor Beginn der Vorstellung

 

 

05.11.2018 19:43 Alter: 15 Tage