Sie sind hier: Presse
Dienstag, 20. August 2019

Neuigkeiten

08.04.19

Begeisterte Nostalgie op Platt

Wi sünd wedder wer - Vun Petticoat und Weertschopswunner" führte bei der Niederdeutschen Bühne...

11.03.19

Tiefgründigkeit mit Leichtigkeit

Die Niederdeutsche Bühne feierte die Premiere des Stücks „Mid­ den in't Leven" von Falke Brabant...

13.02.19

Ein Theater-Thriller vom Feinsten

Eine gelungene Premiere von Dat kole Grusen" reißt 150 Zu­schauer der Niederdeutschen Bühne zu...

Newsdetails

Zwei Stunden allein auf der Bühne

Zwei Stunden allein auf der Bühne

Holsteinischer Courier v. 06.02.13 von Thorsten Geil

Birgit Müller stellt sich der größten Herausforderung, die das Theater zu bieten hat: Sie spielt ein Ein-Personen-Stück. Premiere ist am 15. Februar.

Neumünster. Schon beim Blick ins Textbuch kriegt mancher alte Theaterhase einen Schweißausbruch: Auf 40 eng beschriebenen Seiten steht der Text von "Frauke Petersen", und keine Absätze signalisieren Pausen. Die gibt es auch nicht, denn es ist ein Stück für eine einzige Person. Dieser größten Herausforderung, die das Theater zu vergeben hat, stellt sich Birgit Müller bei der Niederdeutschen Bühne (NBN). Premiere ist am 15. Februar.

Frauke Schütt, geb. Petersen, ist in der bittersüßen Komödie von Willy Russell (Untertitel "Die Heilige Johanna der Einbauküche") eine ganz normale Hausfrau und Mutter, die in ihre häuslichen Pflichten eingebunden ist und ihr Leben erzählt. Der drohenden Resignation entgeht sie mit der Flucht in die südliche Sonne. Die Nachricht auf dem Küchentisch lautet: "Bin in Griechenland - komme in zwei Wochen zurück."

Die Regie führt Frank Grupe vom Ohnsorg-Theater. Der Profi hat schon viele Stücke in Neumünster inszeniert. NBN-Chef Jörgen Oerter hält viel von ihm: "Für eine solche Aufführung braucht man eine sehr gute Schauspielerin und einen exzellenten Regisseur, die auch noch gut miteinander klarkommen. Birgit Müller hatte ich. Und dann war klar: Wir machen es nur, wenn Frank Grupe es macht." Der war sofort angetan. Er hat selbst schon ein Ein-Personen-Stück gespielt und inszeniert.

Seit Anfang Dezember wird geprobt, in den letzten Wochen vor der Premiere sogar täglich. "Wir arbeiten durchschnittlich zwei Stunden. Viel länger geht nicht, denn als Schauspieler bist du schneller kaputt, wenn du allein bist", sagt Frank Grupe. Birgit Müller habe schließlich schon einen Arbeitstag als Zahnarzthelferin hinter sich. Das Besondere sei neben der schieren Textmenge, dass man kein Gegenüber habe, mit dem man sich die Bälle zuspielen könne, oder anders ausgedrückt: "Du hast zwei Stunden nur die Bühne und dich selbst", wie Grupe sagt.

Darum hat Birgit Müller (49) auch drei Tage überlegt, bevor sie Jörgen Oerter zusagte. Sie steht schon 30 Jahre auf der Bühne und wusste genau um die riesige Herausforderung, aber eben auch dies: "So eine Rolle kriegst du nicht oft angeboten. Das lässt man sich nicht entgehen", sagt sie. Also holte sie sich im Oktober ihr Textbuch ab und begann zu lernen. Sie nahm das ganze Stück auf, wollte es im Auto hören, konnte sich aber nicht an den Klang der eigenen Stimme gewöhnen und gab es schnell auf. Dann kam sie auf den Trick mit den Farben, die den gigantischen Monolog in Bereiche und damit in kleinere Happen unterteilen. Die hat sie im Kopf mit vielen kleinen Aktionen verknüpft, die sie auf der Bühne abruft. Der Text sitzt längst, aber noch nicht das ganze Stück mit seinen Feinheiten. Manchmal ist Birgit Müller auch verzweifelt. "Die Festplatte ist langsam voll. Aber es macht auch einen riesigen Spaß", sagt sie. 

Die Termine: 15. Februar, Premiere, 20 Uhr; 16. Februar (15 Uhr), 18. bis 20. Februar, 20 Uhr; 24. Februar, 16 Uhr, alle NBN-Studiobühne; 21. bis 23. Februar, 20 Uhr, Theater in der Stadthalle. Eintrittskarten gibt es für 9 bis 12 Euro (Schüler und Studenten 5 Euro) bei Auch & Kneidl und eventuell an der Abendkasse.

 

 

09.02.2013 13:12 Alter: 7 Jahre