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Liebe und Kamasutra bei den Niederdeutschen

Die Niederdeutsche Bühne (NBN) präsentiert mit dem Lustspiel „Leev un Kamasutra“ die letzte Inszenierung dieser Spielzeit.

Amüsantes Spiel mit viel Gespür für die Pointen: Peggy Lund, Axel Westphal, Jürgen Goldkamp hatten sichtlich Spaß bei der Premiere ihren Auftritt auf der NBN-Studio-Bühne an der Klosterstraße. Foto: Michael Ermel

Holsteinischer Courier v. 03.04.2014
von Thorsten Geil

Woran erkennt man schon in der Pause, dass es ein launiger Theaterabend wird? Wenn alle Gäste fröhlich sind und sich gegenseitig die Pointen aus den ersten beiden Akten zuwerfen.

So geschehen am Freitagabend bei der Niederdeutschen Bühne: Mit „Leev un Kamasutra“ feierte die NBN die sechste und letzte Premiere der 91. Spielzeit. Ja, feiern ist der richtige Ausdruck.

Hans-Joachim Preil schrieb diese Komödie über Frauen und Männer, über das ewige Wechselspiel der Liebe, über Treue und Untreue und über die Aussage von Rosemarie Kramer: „Männer sind wie Spardosen. Den größten Lärm machen sie, wenn fast nichts drinsteckt.“ Sie, die längst alle Illusionen über die Kerle verloren hat, wettet darum mit ihrer Freundin Regina, dass sie deren Mann Peter natürlich rumkriegen würde – wenn sie es denn nur wollte. Der Wetteinsatz ist hoch: Reginas Steiff-Teddy von 1903 gegen Rosis Delfter Fayencen!

Peter ist für Regina allerdings eine harte Nuss: Der Introduktions-Chemiker ist der langweiligste Mann unter der Sonne, der fremde weibliche Reize gar nicht wahrnimmt und Kamasutra für den Hund des Nachbarn hält. Aber zum Glück ist da ja noch der flotte Nachbar Konrad, der sich sehr wohl für Rosi interessiert, aber auch mit der jungen Sybille etwas am Laufen hat. Als dann auch noch deren Vater auftaucht und die Fotos seiner Tochter im Playboy sieht, geht es richtig rund auf der Bühne. Der arme Peter muss Höchstleistung vollbringen, um seine Gäste von der Kammer ins Schlafzimmer und zurück zu schieben, damit seine plötzlich aufgetauchte Ehefrau nur ja nichts falsch versteht.

NBN-Mitglied Holger Krützfeldt hat dieses Lustspiel stark inszeniert. Es fetzt nur so auf der Bühne und ist höchst amüsant. Er konnte sich aber auch mit guten, erfahrenen Schauspielern in die Probenarbeit stürzen. Jürgen Goldkamp als trockener Wissenschaftler, Birgit Müller als seine Frau und Peggy Lund als Lockvogel sind einfach gut drauf und zeigen einmal mehr, was sie können. Axel Westphal als smarter Nachbar und Wolfgang Reimer als Apotheker kommen ebenfalls locker aus der Hüfte. Und ein sehr vielversprechendes Debüt liefert Carina Thomsen in ihrer ersten Rolle als flotte, sexy Biene Sybille.

Das war klassisches, ehrliches Boulevardtheater, auf hohem Niveau und mit viel Tempo präsentiert. Empfehlung: Anschauen!

 

 

03.04.2014 12:34 Alter: 5 Jahre