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Großwildjagd auf der Theaterbühne

Die Niederdeutsche Bühne bringt ihr fünftes Stück dieser Spielzeit / Gute Schauspieler überdecken die inhaltlichen Schwächen der Inszenierung

Foto: Michael Ermel

Holsteinischer Courier v. 17.03.2014
von Thorsten Geil

Die tragenden Säulen der „Grootwildjagd“ sind Ellen Hansen und Klaus Reumann in ihren Rollen als das Ehepaar Knittke. Ernst wird alle naslang verletzt, weil er in eine der Fallen seiner Gertrud getappt ist.

Die Niederdeutsche Bühne hat die fünfte Inszenierung ihrer 91. Spielzeit gestartet: Die Komödie „Grootwildjagd“ von Wilfried Dziallas und Manfred Hinrichs feierte am Freitagabend auf der NBN-Studiobühne ihre Premiere unter der Regie von Birgit Bockmann. Die 120 Zuschauer verlebten einen amüsanten Abend.

Als Neumünsteraner fühlt man sich beim Plot der Geschichte an den Bau der Arrestanstalt Moltsfelde vor vielen Jahren erinnert. Denn auch hier, in Großkleinfeld, befürchten die Bewohner eine steigende Kriminalität durch den neuen Knast in der Nachbarschaft. Darum hat Gertrud Knittke ihr Grundstück in eine Festung verwandelt und Selbstschussanlagen, Fallgruben und Fangnetze installiert. In denen hat sich aber noch nie ein Ein- oder Ausbrecher verfangen; das passiert immer nur Gertruds tüffeligem Ehemann Ernst. Da der ihr nicht wehrhaft genug ist, beschließt das Flintenweib im roten Blaumann, dass ein echter Mann ins Haus muss: Sie gibt im Namen der geschiedenen Tochter Biggi eine Heiratsannonce auf, die hoffentlich einen echten Kerl mit Waffenschein anlockt. Doch Biggi hat heimlich längst einen anderen Verehrer und wittert nun die Chance, ihren Freund Dr. Thomas Clausen als Heiratskandidaten einzuschmuggeln. Das klappt natürlich alles nicht wie geplant, und alle Beteiligten verwickeln sich in ihre jeweiligen Netze aus Lügen und Unehrlichkeit. Am Ende liegen sich aber alle in den Armen und versprechen sich, sich künftig immer nur noch die Wahrheit zu sagen.

Die Inszenierung hat leider einige inhaltliche Schwächen, die die Regisseurin besser eliminiert hätte. Die italienische Mafia kauft also ein Haus in Großkleinfeld und übergibt den Kaufpreis des nachts in bar im Koffer (524 000 D-Mark)? Nun ja. Auch manche Straffung hätte der Aufführung gut getan. Die lebt eindeutig von den tollen Darstellern, die ihre Aufgaben jeder für sich gut erfüllen – allen voran Klaus Reumann. Es ist einfach ein Genuss, ihm als Jammerlappen Ernst zuzuschauen. Ellen Hansen flitzt gekonnt als seine waffennärrische Frau über die Bühne. Heiner Lenz spielt seine Routine als Dr. Clausen ebenfalls gekonnt und charmant aus, ähnlich wie Dörte Bracker als Brigitte. Und Leon Rückert bringt einmal mehr jugendlichen Schwung auf die Bühne. Am Ende des Tages war es ein putziger Theaterabend, der mit viel Applaus belohnt wurde.

Die weiteren Termine der „Grootwildjagd“ im Studio-Theater: 17. bis 19. März um 20 Uhr, 22. März um 20 Uhr und am 23. März um 16 Uhr; im Theater in der Stadthalle: am 20. und 21. März (jeweils um 20 Uhr). Eintrittskarten gibt es im Vorverkauf bei Auch & Kneidl und an der Abendkasse für 9 bis 11 Euro.

17.03.2014 12:34 Alter: 5 Jahre