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Plattdeutsche Lesung:

Geschichten vom Land auf Platt kamen super an

vom 1. Dezember 2014
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der fabulierende Landwirt Matthias Stührwoldt aus Stolpe gastierte als „Besöök bi de Nedderdütschen“ im NBN-Studiotheater.

In der Pause signierte Matthias Stührwoldt im Foyer seine Bücher für die Fans. Und für jeden gab es ein freundliches Lächeln und manchmal auch einen kleinen Schnack. Foto: Wittorf

Neumünster | „Er muss auf jeden Fall wiederkommen!“ Davon war der stellvertretende Bühnenleiter Frank Juds bereits zur Pause überzeugt. Die Rede war von dem fabulierenden Landwirt Matthias Stührwoldt aus Stolpe <http://www.shz.de/themen/orte/s/stolpe> , der am Freitagabend als „Besöök bi de Nedderdütschen“ im NBN-Studiotheater gastierte – bereits zum vierten Mal. Und mit jedem Mal wird seine Fangemeinde größer. Am Freitagabend war das Theater mit 140 Gästen ausverkauft.

 „Früher hatten wir hier ja immer Reimer Bull zu Besuch. Der stand im Anzug auf der Bühne und las seine humorvollen Texte, die einen immer auch ein wenig nachdenklich stimmten“, erinnerte sich Zuschauer Rolf Treptow <http://www.shz.de/themen/personen/r/rolf-treptow> .

Matthias Stührwoldt ist anders. Der Stolper tritt hemdsärmelig und in Jeans vor sein Publikum. Treptow gefiel es: „Stührwoldt stellt mit seinem Auftritt sofort eine Nähe zu den Besuchern her. Über seine Alltags-Geschichten amüsiere ich mich köstlich“, resümierte das langjährige Mitglied des NBN-Fördervereins.

Zweieinhalb Stunden unterhielt der Landwirt sein Publikum, zum Beispiel mit der liebevollen Beschreibung seiner Eltern. In deren großer Küche war jeder willkommen. Hier traf sich die Stolper Jugend am Wochenende, bevor es zur Party ging. Für „Alldagsbeer“ hatte dann wie immer Mutter Stührwoldt gesorgt. Denn sobald es bei Aldi ein Sonderangebot für Holsten-Edel gab, stieg die findige Bauersfrau ins Auto, eine zweite Jacke immer im Gepäck. Die Höchstabgabemenge von drei Kisten umging sie dann spitzfindig mit einem Jackenwechsel.

Gastfreundschaft wird auch heute noch groß geschrieben auf dem (wirklich existenten) Bauernhof in Stolpe, selbst wenn sie manchmal abrupt endet. In seiner Geschichte „Der Lan-Killer“ erzählte Stührwoldt, wie er es schaffte, die „Lan-Party“ seines Sohnes mit einem einzigen Handgriff zu beenden. Die ganze Nacht hatten Peer und seine zwölf Freunde bereits in der großen Küche vor ihren vernetzten Computern gesessen, als Vater Matthias morgens um 6.30 Uhr den „nach Jungmännerpups riechenden“ Raum betrat, um sich eine Kanne Kaffee für den Melkstall zu machen. „Ick har man grad up den Knoop von den Waterkoker drück, doar mök dat ok all peng, und de Computers weern alle schwatt“, erzählte Stührwoldt grinsend. Das war dann wohl ein Gerät zuviel für die Sicherung.

Mit trockenem Humor und seiner amüsanten, treffsicheren Darstellung einer Welt, die vielen Besuchern vertraut ist, las und erzählte sich Matthias Stührwoldt in die Herzen des Publikums.

28.12.2014 11:00 Alter: 5 Jahre