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Newsdetails

Begeisterte Nostalgie op Platt

Wi sünd wedder wer - Vun Petticoat und Weertschopswunner" führte bei der Niederdeutschen Bühne zurück in die 5oer-Jahre

DAS THEATERSTÜCK WIDMETE SICH AUCH DER REISELUST DER DEUTSCHEN IN DEN 50ER-JAHREN. DAMALS ZOG ES DIE MENSCHEN VOR ALLEM INS SONNIGE ITALIEN. Ermel

Holsteinischer Courier vom 08.04.2019
NEUMÜNSTER Alexandra von Fragstein

Früher war alles besser- oder zumindest kommt es einem manchmal so vor. In den 195oer-Jahren befand man sich mitten im Wiederaufbau. Das Grundgesetz war erst wenige Jahre alt und die Wirtschaft brummte. Die Deutschen zelebrierten den Konsum und entdeckten das Reisen für sich. Das platt­ deutsche Stück „Wi sünd wedder wer - Vun Petticoat und Weertschopswunner"fängt das Lebensgefühl von damals wieder ein.

Am Freitag feierte die Musikrevue Premiere bei der Niederdeutschen Bühne. Die 145 Zuschauer waren begeistert.

Viele Gäste konnten sogar die Schlager und Werbesongs von damals nach all den Jahren immer noch auswendig. Die Werbung von damals war ein Spiegelbild der Gesellschaft. Das Bühnenbild dominiert daher auch ein riesiger Fernseher von „Telefunken". „Wi sünd wedder wer" lässt die alten Werbeklassiker wieder aufleben. Fast 70 Jahre später wirken die darin beworbenen Produkte und die Weltanschauung unfreiwillig komisch. Wenn die Hausfrau unglücklich und nervös war, half ihr der Stärkungstrunk „Frauengold". So lautete das Motto: „Frauengold schafft Wohlbehagen. Wohlgemerkt, an allen Tagen!" Vielleicht wurde sie auch nur vom darin enthaltenen Alkohol betäubt ...

Die Darsteller begeisterten nicht nur mit diesen und anderen Fernsehperlen. Sie sangen und tanzten sich auch durch die bekanntesten SchlagerderZeit,sodass die bunten Kleider und Petticoats nur so wirbelten.

Die Zuschauer verfielen in begeisterte Nostalgie. ,,Das ist, als würde man nach Hause kommen. Ich hatte früher auch solche Kleider", erzählte etwa Alexandra Mallon. ,,Ich konnte jedes Lied von vorne bis hinten mitsingen", gab Hans Pries nach der Premiere zu.

,,Wi sünd wedder wer" stammt aus der Feder von Regisseur Philip Lüsebrink und wurde 2016 im Niederdeutschen Theater Neuenburg uraufgeführt. Es greift die unbeschwerte Stimmung des Wirtschaftsaufschwungs erfolgreich auf, ohne sich dabei allzu ernst zu nehmen.

Auch wenn es keine richtige Rahmenhandlung gibt, sind die Übergänge zwischen Reklame, Fernsehsendungenund Schlagern fließend. Der Spaß der Schauspieler istansteckend, sodass auch jüngere Generationen auf ihre Kosten kommen. Beim Zuschauer hat sich nach der Vorstellung der eine oder andere Werbeslogan hartnäckig festgebissen.

Die Musikrevue „Wi sünd wedder wer - Vun Petticoat und Weertschopswunner" ist noch bis einschließlich Mittwoch, 24. April, bei der Niederdeutschen Bühne zu sehen.

 

 

08.04.2019 13:36 Alter: 135 Tage